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"Warte Mutti, ich helfe dir!", Leonore Pengel setzt sich auf ihren Rollator und schaut auf den Grabstein ihres Mannes. Ihre Tochter Kirsten wässert die Blumen. "Letztes Jahr habe ich noch die Blumen auf dem Friedhof gegossen. Jetzt macht alles meine Tochter." Leonore Pengel ist 91 Jahre alt lebt im 60-Seelendorf Schernikau in der Altmark. Das Gehen fällt ihr schwer, auch Hören und Sehen kann Leonore Pengel schlecht. Als vor acht Jahren ihr Mann verstarb, zog ihre Tochter Kirsten zu ihr zurück. "Als der Vorschlag kam von meiner Tochter, musste ich erstmal tief Luft holen. Eigentlich wollte ich das gar nicht, ich war doch selbständig." Kirsten jedoch sah es als ihre Pflicht, ihrer Mutter im hohen Alter nicht alleine zu lassen. "Meine Mutter will alles alleine machen, doch mit 91 Jahren ist das leider einfach nicht mehr möglich."

Ingeborg von Kalben lebt allein in Vienau. "Nachdem mein Mann verstarb, wollten die Kinder, dass ich selbst entscheide, ob ich im Dorf bleibe – ich bin geblieben." Die 92-Jährige kann sich ohne Gehhilfe nicht auf dem großen Grundstück bewegen. Im Alltag bekommt die Seniorin Unterstützung von ihren Nachbarinnen. Zwar kommt die Friseurin ins Haus, ein Bäckerwagen fährt vorbei, doch manchmal fühlt sich die 92-Jährige allein.

Die Reportage begleitet zwei rüstige Damen, die sich bewusst dazu entschieden haben, im Alter nicht mehr umzuziehen. Sie wollen in ihren Dörfern nicht nur alt werden, sondern auch dort sterben. Der Film zeigt, warum Heimat so wichtig ist, welche Herausforderungen es zu bewerkstelligen gilt und welche Rolle ein sehr engagierter, junger Pastor im Leben der beiden Damen spielt.

 

 

 

 

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HIER BLEIB' ICH BIS ZULETZT -
Alt werden auf dem Land

Reportage | MDR
30 Min. | 2019
Regie: Jessica Szczakiel
Produktion: lona•media
Originallänge - ARD Mediathek