© Anabela Angelovska

Hakie (71 Jahre) lebt selbstversorgend in einem Weiler in den albanischen Alpen. Der Alltag in dieser ländlichen Abgeschiedenheit beruht auf einer archaischen Trennung von Männer- und Frauenrollen. Nach dem Tod der Eltern erbte Hakie Haus und Hof und wohnt seither alleine und auf sich gestellt, arbeitet im Haus, auf den Wiesen und dem Feld. Ein Lebensweg, der hier einer Frau üblicher Weise verwehrt bleibt, wäre da nicht die „Vorsehung“ eines Derwisch …

Ist Hakie ein Mann oder eine Frau? Hakie ist eine „Burrnesha“, eine sogenannte geschworene Jungfrau. Das sind geschlechtliche Frauen, die einen Jungfräulichkeitsschwur ablegen, um gesellschaftlich und sozial als Mann zu leben.

Hakie lebt „das Leben eines Mannes“ mit großer Entschlossenheit, mit allen Freiheiten und Einschränkungen. Obwohl Hakie Männern ihres Alters in nichts nachsteht, treffen die Folgen ihres Geschlechterrollenwechsels sie hart. Denn während jene Männer von ihren Nachkommen umsorgt werden, muss Hakie ihren beschwerlichen Alltag alleine meistern. Mit einer Stärke, die großen Eindruck hinterlässt. Der Film begleitet Hakie in ihrem Alltag und führt uns vor Augen, wie sehr Identität und Geschlechterrollen, aber auch das Dokumentarische selbst, konstruiert sind.

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HAKIE – HAKI.
Ein Leben als Mann

Kino-Dokumentation | Albanisch mit engl./dt. UT
30 Min. | 2014/2015
Regie und Produktion: Anabela Angelovska
gefördert durch Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein | OSCE | German Films

Festivals (Auswahl):
Berlinale 2015 – Perspektive Deutsches Kino
63. Trento Film Festival 2015
International Film Festival Asterfest – Strumica
Festival de Cannes 2015 – Short Film Corner
57. Nordische Filmtage Lübeck

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